[Abgebrochen] Die eiserne Ordnung (Magicae Bd. 1) von Karin Kratt

Tja leider ist es mal wieder so weit, es gibt von mir eine Abbruch-Rezension. Und das zum allerersten Mal zu einem Buch aus dem Carlsen Verlag bez. einem Imprint davon. Hätte nicht gedacht dass mir das passieren könnte, aber man kann eben nicht jedes Buch mögen. Bei "Die eiserne Ordnung" haben gleich mehrere Faktoren eine Rolle gespielt und dafür gesorgt das ich das Ebook bei exakt 50 % abgebrochen habe. Ich versuche zumindest immer die Hälfte zu lesen um dem Buch eine Chance zu geben. Die Idee dahinter hat mir übrigens durchaus gefallen. Warum es dennoch nicht geklappt hat erfahrt ihr jetzt.

© Dark Diamonds

Die 19-jährige Saycia kämpft im Geheimen gegen die eiserne Ordnung einer vermeintlich perfekten Welt. In der Megastadt Kaledron gibt es keine Ungerechtigkeiten und kein grundloses Leid – so sagt man. Doch nicht nur Fehler werden hier grausam bestraft. Immer wieder gerät Saycia ins Visier der städtischen Sicherheitsgarde, bis ihr nur noch ein Ausweg bleibt: Sie muss fliehen – in ein Land, vor dem Technik und Fortschritt haltgemacht haben. Und in dem sie Ajun begegnet. Der charakterstarke Mann zieht sie vom ersten Moment an in seinen Bann. Viel Zeit bleibt Saycia allerdings nicht, um sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, denn die Kaledronier haben sie und ihren Widerstand noch lange nicht vergessen…

Kling richtig gut, so ein wenig in Richtung SciFi und Dystopie. Eine Unterdrückte Bevölkerung, eine hochtechnologisierte Stadt. Ein Mädchen das sich dagegen stellt, flieht und freien Menschen begegnet, vielleicht sogar eine Revolution anzettelt? War auf Anhieb ein Grund für mich das Buch lesen zu wollen.

Was war das Problem?

Ich hatte ein wenig Probleme mit dem Schreibstil. Dieser war für mich zu "starr" und auch nicht flüssig genug. Außerdem hatte ich furchtbare Probleme mit den extrem exotischen und irgendwie konstruierten Namen. Da war nicht ein "normaler" dabei. Das aber nur am Rande.
Die meisten Schwierigkeiten hatte ich auf jeden Fall mit den Charakteren und der Liebesgeschichte.
Die Protagonisten waren für mich irgendwie total flach, auch wenn flach ein ausgelutschter Begriff dafür ist. Saycia hatte für mich keine Persönlichkeit. Sie war zwar rebellisch und hat viel ausgestanden, aber ich hatte gar keinen Zugang zu ihr. Sie war mir weder sympathisch noch hatte ich eine Abneigung gegen sie. Sie war mir schlichtweg egal und auch ihr Schicksal hat mich nicht berührt. Sie ist irgendwie jammerig, hat keinen Bock auf nichts, sperrt sich zunächst gegen alles. Ajun fand ich noch schlimmer. Er war für mich einfach nur da. Das war es aber auch schon.
Und dann die Beziehung zwischen den beiden. Ich meine, welche Beziehung? Er findet sie, sie findet ihn schon irgendwie nett und so und dann bäm: große Liebe? Ich meine klar, das gibt es ja oft in Büchern, aber hier ist es richtig extrem. Dann  gibt es eine Szene auf der Flucht (die die das Buch kennen werden wissen welche ich meine), wo etwas zwischen den beiden passiert ab wo für mich dann Schluss war. Das war absolut an den Haaren herbeigezogen und unnötig. Es gab keinerlei Gründe dafür und keine logische Erklärung außer dass die Situation einfach irgendwie in die Geschichte musste. Und dann war das nicht mal richtig ausgeführt.
Was ich positiv vermerken muss ist die Grundidee die sich in eine ganz andere Richtung entwickelt hat als ich das aus dem Klappentext erkennen konnte (wobei man das auch bemängeln könnte).
Gerade die Gesellschaft in die Saycia nach ihrer Flucht gerät hat sehr viel Potential und war wirklich interessant und nach meinem Geschmack.

Das mag jetzt alles hart klingen, ich denke aber wie immer das es sich hier einfach um meine persönlichen Probleme handelt. Es gibt einfach Entwicklungen in Geschichten bei denen ich dann einfach das Handtuch werfe wenn sie aus der Luft gegriffen sind. Und hier war das eben der Fall. Manchmal muss man wissen wenn man aufhören sollte.



Kommentare:

  1. "Sie war zwar rebellisch und hat viel ausgestanden, aber ich hatte gar keinen Zugang zu ihr. Sie war mir weder sympathisch noch hatte ich eine Abneigung gegen sie. Sie war mir schlichtweg egal und auch ihr Schicksal hat mich nicht berührt."

    uh, ich glaube, das ist die schlechteste Voraussetzung. Manchmal lese ich in Rezensionen "ich konnte mit dem Buch nicht, weil ich den/die Prota nicht sympathisch fand". Ich persönlich finde das überhaupt keine Voraussetzung dafür, ein Buch trotzdem zu lesen. Charaktere werden ja nicht geschrieben, damit ich prinzipiell alle sympathisch finde. Ich habe schon mal 3 1000-Seiten-Bände gelesen, obwohl ich die Protagonistin am liebsten erschlagen hätte. Aber das hat es eben auch immer wieder spannend gemacht und in mir starke Emotionen hervorgerufen.

    Ich glaube daher, dass "Unbeteiligtheit" wirklich ein Ausschlusskriterium sein kann, weil man einfach keinen Grund sieht, das Buch weiter zu lesen.

    lg
    Katharina

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    1. Genauso ist es. Es darf auch gerne mal eine zickige oder unsympathische Hauptperson sein. Aber wenn es mir egal ist was mit ihr geschieht, sehe ich keinen Sinn in der Story. Lieber darf sie mich aufregen oder nerven. :=)

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  2. Hallo Carina,
    ich hab auch nach langer Zeit mal wieder ein Buch de facto abgebrochen, d.h. nach 50% hab ich auch nur noch durchgeblättert. Ich fand die Geschichte dämlich und es hat mich auch, wie bei dir, dann gar nicht groß interessiert, was mit dem Protagonisten weiter passiert. Es tut mir immer leid, aber meine Zeit war mir dann zu schade und Lust hatte ich auch keine mehr.

    Wenn so was passiert, will ich immer meinen eigenen Bücherverlag gründen :D
    Ich habe dich bei meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.
    Gruß
    Daniela

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    1. Vielen Dank für die Verlinkung^^ Auch für den Bloglovin-Beitrag :=)

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