[Rezi] Im Turm (Babel Bd. 1) - Josiah Bancroft


© Heyne
Im Turm von Josiah Bancroft

Original Titel: Senlin Ascends - The Books of Babel
Erscheinungsdatum: 13.08.2018
Seitenzahl: 448 Seiten
Serie/Band: Books of Babel Bd. 1
Preis: 14,99 € (TB) / 11,99 € (eBook) 
ISBN/ASIN: 978-3453319509
Verlag: Heyne
Übersetzt von: Sabine Thiele


*kostenloses Rezensionsexemplar
Ein Buch das ich nach dem Lesen des Klappentextes und dem Kontext über den Turm zu Babel unbedingt lesen musste, welches mich aber dennoch unbefriedigt zurück gelassen hat.

Thomas Senlin, seines Zeichens Schuldirektor eines kleinen Küstenstädtchens, macht sich mit seiner frisch angetrauten Frau Marya auf in die Flitterwochen. Der Turm zu Babel soll es werden, ein Bauwerk das seines Gleichen sucht. Ein architektonisches Meisterwerk, erbaut vor langer Zeit und noch nicht beendet. Bestehend aus unzähligen Ringreichen die mit Abenteuer, Entspannung oder intellektuellen Herausforderungen locken. Ein Aufenthalt in den Bädern soll es für den ängstlichen Lehrer und seine Angetraute sein, doch dann verschwindet Marya und Thomas bleibt nichts anderes übrig als den Aufstieg auf den Turm zu wagen. Und er merkt schnell, dass sein verehrter Turm statt der Wiege der Menschheit eher deren Abfluss ist...

Puh, mit diesem Buch verbinde ich gute und negative Aspekte. Zunächst bin ich der Meinung dass der Klappentext irreführend ist. Ich hatte in den Ringreichen auf jeden Fall Fantasy erwartet. Magische Reiche, Monster, Magie etc. Der einzige Fantasy-Aspekt ist jedoch die Existenz des Turmes selbst -  nix mit Monster und Magie. Das hat mich sehr sehr enttäuscht und auch ein wenig geärgert.
Gut, kann passieren und muss Nichts heißen. Mein zweites Problem hieß Thomas Senlin. Gute Güte ist der Mann feige, verweichlicht und prüde. Ein verkniffener Lehrer wie er im Buche steht. Ich kann mit solchen Charakteren nur schwerlich was anfangen, vor allem wenn ich eh schon ein wenig enttäuscht bin vom Plot. Seine zögerliche, vorsichtige und teils jammerige Art hat es nicht unbedingt besser gemacht. So einem Weichei durch die Ringreiche des Turms von Babel zu folgen ist echt eine Herausforderung. Noch dazu ist er wahnsinnig naiv und gutgläubig und oft konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Natürlich macht er im Laufe des Buches eine kleine Entwicklung durch, der Weg dahin ist aber wirklich anstrengend für den Leser. Interessant waren die Ringreiche selbst und die menschlichen Abgründe die dort zum Vorschein kamen. Jedes Reich hat seine eigenen Probleme hinter der Fassade versteckt die man selbst ergründen muss. Besonders gut gefallen haben mir all die Menschen die Thomas auf seinem Weg trifft. Ihre Geschichten und Schicksale und was der Turm aus ihnen gemacht hat waren sehr interessant und für mich das Beste an diesem Roman.
Mir hat einfach das Gesamtpaket des Buches nicht so gefallen wie es das hätte können. Das mag sicherlich auch zu einem Teil an meinen falschen Erwartungen liegen. Innovativ ist der Plot rund um den Turm von Babel und seine Ringreiche samt Karte und all die Luftschiffe und mechanischen Errungenschaften allemal und wenn man sich auf einen schwierigen Protagonisten einlassen kann hat der Turm sicherlich das Zeug zum Highlight.
Leider hatte ich durch den Klappentext falsche Vorstellungen vom Buch die sich im fehlenden Fantasy-Aspekt gezeigt haben. Auch der Protagonist ist mehr als gewöhnungsbedürftig und hat mich mehr als einmal mit den Augen rollen lassen. Highlight für mich waren die Ideen hinter den Ringreichen und die Geschichten der Menschen, die Thomas Senlin auf seinem Weg durch den Turm trifft. Diese waren innovativ und mitreißend. Für mich hat einfach das Gesamtpaket nicht ganz gestimmt, ich kann das Buch jedoch Fans von Low-Fantasy auf jeden Fall empfehlen und besonders Lesern, die sich auch auf schwierige Protagonisten einlassen können. Für mich ein Kandidat für eine Fortsetzung? Eher unwahrscheinlich obwohl es sich dennoch flüssig lesen lies als ich einmal eingestiegen bin.




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